Teilnehmende: Hansueli K (TL), Oscar und Beatrice, Beat und Trudi, Toni, Max, Franz, Hugo
Dieses Jahr meinten es die Wettermacher besser mit unserer Oberlandwanderung. Hatte es doch bereits im April mehrere schöne Wochenenden gegeben, so dass die Chance auf einen (von vielen lange erwarteten) Regentag gross war. Die guten Prognosen waren wohl mit ein Grund, dass die anfänglich magere Teilnehmerzahl von 3 bis zum Treffzeitpunkt auf 9 anstieg.
So marschieren wir gut gelaunt kurz vor 9 Uhr beim Wanderparkplatz los. Bei der nahen Skilifttalstation Steg wird gerade eine Kleintiershow aufgebaut und wir können verschiedenes „Kleinvieh“ bewundern. Der Töss entlang ertönt kein Rauschen, der junge Fluss ist völlig ausgetrocknet, auch kein Wunder bei den Niederschlagsmengen der letzten Wochen. Die Fische sind vorsorglich bereits vor Tagen abgefischt und in grössere Gewässer verlegt worden. In Gespräche vertieft gewinnen wir unmerklich Distanz und auch wenige Höhenmeter. Die Nagelfluhwände rücken näher zusammen und plötzlich findet sich auch in der Töss doch noch etwas Wasser. Dies gibt dem Namen „Bachscheidi“ wieder einen Sinn, sogar viele der kleinen Kaulquappen haben in einem Tümpel überlebt. Oscar und ich konnten die Hochzeit der vielen Waldfrösche vor gut vier Wochen in eben diesem Tümpel hautnah beobachten. Nach kurzer Trinkpause geht es nun steiler bergwärts. Wir treffen auf einen einsamen SAC-Senior, welcher auf Orchideensuche ist. Wenn man die Orte kennt ist der Frauenschuh auch in diesem Tal zu bewundern, doch die Blüten waren noch zu.
Kurz vor der Sennhütte nehmen wir die steile Abkürzung zum Berggasthaus Tierhag. Bald sitzen alle an einem langen Gartentisch und geniessen die verdiente Getränkepause bei prächtigem Sonnenschein und wenig Wind. Kurz vor Aufbruch zum Gipfel stellt sich heraus, dass ein heimlicher Spender bereits alles bezahlt hat, vielen Dank Hugo! Auf dem steilen Weidehang zum Gipfelkreuz überholen uns bereits keuchende Bergsprinter. Wir nehmen es gemächlicher, und gratulieren uns etwas später entspannt den „höchsten Zürcher“ geschafft zu haben. Unsere Blicke schweifen über den weiten Alpenkranz und wir versuchen bekannte und unbekannte Gipfel zu benennen. Einige Wanderfreunde haben den Schnebelhorngipfel bereits belagert. Der TL schlägt daher vor, die Mittagsrast etwas weiter vorne einzulegen, noch hat |
keiner einen Hungerast….
Über eine prächtige, golden leuchtende Alpwiese voller Löwenzahn und Hahnenfuss geht es leicht abwärts, meist auf dem Grat so dass beide Talseiten bestaunt werden können. In gut 30 min ist die Hirzegg erreicht und damit auch die ersehnte Pic-nic Pause. Jeder stärkt sich nach seinem Gusto und Rucksackinhalt, auch eine „Krumme“ wird zelebriert, was von allen Nichtrauchern dank leichtem Wind weg vom Rastplatz natürlich toleriert wird.
Über den Kamm führt der Weg in leichtem auf und ab weiter Richtung Roten. Hier könnte der Abstieg über Rütiwis - Burstel nach Ohrüte oder Steg erfolgen. Aber alle Teilnehmer fühlen sich noch fit genug die Wanderung bis zum Hörnli auszudehnen. Fünf Unentwegte lassen sich sogar von einem Schlussspurt zum sagenhaften Rotengipfel nicht abhalten. „Sagenhaft“ deshalb, weil die „Alpinen“ dort vor 23 Jahren eine Biwaknacht erlebten: besondere Vorkommnisse waren Raclette am offenen Feuer und ein kräftiges Gewitter! Beim Grosswald ist die Gruppe wieder vereint und der Abstieg bis zum Alpli verläuft auf trockenen Wegen problemlos. Beim Alpli wird anstelle der kurvenreichen Waldstrasse ein kurzer Aufstieg akzeptiert um via die Alp Chrüzbüel bis zur Hulftegg Passhöhe zu gelangen. Wir warten dort auf Max und die Damen, die offensichtlich in Gespräche vertieft eine Abzweigung verpassten aber dann doch die vielen Sonnenschirme der Passbeiz sichten.
Aufziehende Wolken und Wind lassen nun doch ein mögliches Gewitter erahnen. So geht es gleich ohne Einkehr zügig weiter zum Schlattberg und über die Storchenegg Richtung Hörnli. Der als meist sumpfig bekannte Alpweg ist völlig ausgetrocknet, so wird das Schuhputzen später einfacher. Ab dem „Dreiländerstein“ werden die letzten steilen Passagen überwunden: bald ist das Berggasthaus Hörnli erreicht. Ein Tisch scheint für uns reserviert und die durstigen Kehlen entspannen sich bei kühlen Getränken. Auch die Gewitterwolken haben sich verzogen und bei eifrigem Gespräch wird die vorgerückte Zeit beinahe nicht bemerkt. Franz möchte aber seine kürzlich erworbenen Grossvaterfreuden noch mit uns teilen und spendet grosszügig eine Runde Hauskaffee oder Glace. Herzlichen Dank! Dann geht es aber auf der Direttissima zügig talwärts. In Steg verabschieden sich Bahn- und Autofahrer wohl etwas müde aber glücklich wieder einmal Gipfel und Täler bei schönstem Wetter im nahen Zürcher Oberland erkundet zu haben.
Mai 2011 Hansueli K
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